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Wie funktioniert die Shariah-Prüfung?
Banken, Zinsen, Alkohol: Was wird geprüft?
Viele Muslime fragen sich: Darf ich in Aktien investieren? Und wie finde ich heraus, ob die Firmen im Korb zu meinen Werten passen?
Wir geben dazu kein religiöses Urteil. Wir erklären dir, wie die Prüfung funktioniert. Entscheiden kannst nur du, allein oder mit einem Gelehrten deines Vertrauens.
Wer prüft?
Es gibt besondere Indizes mit Shariah-Prüfung, zum Beispiel von MSCI, S&P Dow Jones oder FTSE Russell. Der Index-Anbieter prüft die Firmen nach seinen eigenen Regeln. Meistens begleitet ein Gremium aus Gelehrten diese Regeln.
Ein ETF auf einen solchen Index kauft dann nur die Firmen, die die Prüfung bestehen.
Was wird geprüft?
Die Prüfung hat meistens zwei Stufen:
- Was macht die Firma? Ausgeschlossen werden zum Beispiel Banken und Versicherungen mit Zinsgeschäft, Alkohol, Schweinefleisch, Tabak und Glücksspiel. Die genaue Liste hängt vom Anbieter ab.
- Wie sehen die Finanzen aus? Die Firma darf nicht zu viele Schulden haben und nicht zu viel Geld aus Zinsen bekommen. Viele Anbieter nutzen dafür eine Grenze von etwa einem Drittel, rechnen sie aber unterschiedlich aus.
Von den über 1.000 Firmen in einem normalen Welt-Index bleibt so nur ein Teil übrig.
Was offen bleibt
- Die Regeln sind nicht überall gleich. Jeder Anbieter rechnet etwas anders.
- Reinigung: Manche Firmen haben trotzdem kleine Einnahmen aus nicht erlaubten Geschäften. Einige Gelehrte empfehlen, diesen Anteil der Erträge zu spenden. Manche Anbieter veröffentlichen dafür einen Prozentsatz.
- Gelehrte sehen das unterschiedlich. Für manche reicht die Prüfung des Anbieters, für andere nicht.
Deshalb verlinken wir in unserer ETF-Übersicht bei jedem ETF mit Shariah-Prüfung die Regeln des Index-Anbieters. Dort kannst du genau nachlesen, was geprüft wird.
Im nächsten Schritt geht es um die Kosten: Was zahlst du für einen ETF?